Politik

Die Stimme der Jugend muss gehört werden: VENRO verankert Beteiligung strukturell

Postkarten auf einer VENRO-Veranstaltung zum Thema Jugendpartizipation

Junge Menschen sind von heutigen Krisen und Umbrüchen besonders betroffen und tragen deren Folgen am längsten – gleichzeitig sind ihre Perspektiven unverzichtbar für zukunftsfähige Entscheidungen. Jugendliche müssen deshalb mitentscheiden können, wenn es um ihre Zukunft geht. Eine neue VENRO-Fachgruppe schafft hierfür eine Grundlage.

Globale und lokale Herausforderungen betreffen Jugendliche in besonderer Weise. Zum einen sind sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung von vielen Entwicklungen besonders stark betroffen. Zum anderen werden sie die langfristigen Auswirkungen heutiger politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen deutlich länger erleben als ältere Generationen. Kinder und Jugendliche haben daher aus gutem Grund ein Recht auf Beteiligung, das unter anderem in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN), aber auch in vielfältigen anderen gesetzlichen Bestimmungen verankert ist.

Jugendbeteiligung ist jedoch weit mehr als eine Frage der Gerechtigkeit. Sie hat auch Einfluss auf die Qualität von Entscheidungen und Prozessen. Gerade in Zeiten des Umbruchs ist Jugendbeteiligung unverzichtbar, denn resiliente Organisationen brauchen Diversität. Junge Menschen bringen Expertise und wichtige Perspektiven mit, sind jedoch oft von Entscheidungsstrukturen ausgeschlossen.

Mehr Raum für Jugendbeteiligung im Verband

Jugendliche engagieren sich bereits in vielfältiger Form in der VENRO-Mitgliedschaft. Auf der Ebene des Dachverbands spiegelt sich dieses Engagement bislang jedoch nur begrenzt wider – und soll sich nun ändern!

Denn klar ist: Die Stimme der Jugend muss gehört werden. Sie ist integraler Bestandteil einer gerechten Gesellschaft und einer lebendigen Zivilgesellschaft. VENRO setzt sich bereits für bessere Rahmenbedingungen für junges Engagement und für die Interessen junger Menschen ein. Die Beteiligung junger Menschen an diesen Prozessen findet jedoch aktuell eher indirekt statt.

Neben Lobbyarbeit bietet VENRO den Mitgliedsorganisationen einen wertvollen Raum für gegenseitiges Lernen und Vernetzung. Jugendliche sind in diesen Räumen jedoch bislang kaum vertreten. Damit auch junge Engagierte von diesen Möglichkeiten profitieren und ihre Erfahrungen einbringen können, braucht es speziell auf die Bedürfnisse Jugendlicher ausgerichtete Formate und Beteiligungsmöglichkeiten.

Konzept soll in diesem Jahr verabschiedet werden

Um Jugendbeteiligung langfristig wirksam zu gestalten, muss sie institutionell verankert werden. Hierfür wurde die Fachgruppe Jugendbeteiligung eingerichtet. Deren Mandat ist es, ein Konzept für die Jugendbeteiligung bei VENRO auszuarbeiten. Dieses soll dann bei der Mitgliederversammlung 2026 der VENRO-Mitgliedschaft zur Abstimmung vorgelegt werden.

Seit Juli 2025 kommen Mitarbeitende aus unterschiedlichen Mitgliedsorganisationen, bei denen Jugendpartizipation bereits gelingt oder gerade im Aufbau ist, in der Fachgruppe Jugendbeteiligung einmal monatlich zusammen und beschäftigen sich damit, welche Strukturen bei VENRO entstehen müssen, damit Jugendbeteiligung nachhaltig und wirkungsvoll gelingen kann.

Der Prozess der Konzeptentwicklung ist partizipativ und bezieht bewusst auch Stimmen außerhalb der Fachgruppte aktiv mit ein. Geplant ist eine „Beteiligungswerkstatt für junge Engagierte“, bei der Jugendliche an zwei Wochenenden ihre Erfahrungen und Bedarfe einbringen und gemeinsam Ideen entwickeln.

Darüber hinaus werden digitale Austauschtreffen mit allen Interessierten aus den VENRO-Mitgliedsorganisationen stattfinden, deren Ergebnisse dann ebenso in die Jugendbeteiligungsstrategie einfließen.

So soll Schritt für Schritt eine Grundlage dafür entstehen, Jugendbeteiligung bei VENRO strukturell zu verankern und junge Stimmen dort zu hören, wo über ihre Zukunft entschieden wird.


Selvi Pabst arbeitet bei VENRO als Referentin im Bereich Stärkung der Zivilgesellschaft.

Die Inhalte auf dem VENRO-Blog geben Meinungen und Einschätzungen unserer Autor_innen wieder. Sie können von abgestimmten VENRO-Positionen abweichen.