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1,7 Milliarden Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern brauchen eine Perspektive

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DSW-Grafik zur Bevölkerungsentwicklung

Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die meisten Jugendlichen, nämlich mehr als 1,7 Milliarden, leben in Entwicklungsländern. In Afrika südlich der Sahara ist der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung mit 43 Prozent am höchsten. Dagegen stellen Jugendliche unter 15 Jahre in Industrienationen gerade einmal 16 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Zahlen stammen aus dem Datenreport 2016 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW).

Aktuell lebt die größte Jugendgeneration aller Zeiten. Doch nicht alle haben die gleichen Chancen. Die Ungleichheit beginnt bereits im Mutterleib und in den ersten Lebensmonaten. Mangelernährung der Mutter während der Schwangerschaft hat oft eine langsamere Entwicklung des Kindes zur Folge. Häufig hinkt es später in Gewicht, Körpergröße und geistiger Entwicklung seinen Altersgenossen hinterher. Wenn es überhaupt das erste Lebensjahr erreicht. Noch immer sterben 39 von 1.000 Lebendgeborenen in Entwicklungsländern bei der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres. In Afrika südlich der Sahara sogar 62 von 1.000 Lebendgeborenen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die durchschnittliche Säuglingssterblichkeit bei 3,2 je 1.000 Lebendgeborene. Damit ist die Weltgemeinschaft noch weit vom Ziel 3.2 der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) entfernt. Demnach soll die Sterblichkeit bei Neugeborenen bis 2030 in allen Ländern auf mindestens zwölf je 1.000 Lebendgeborene sinken.

Noch weiter Weg zum Erreichen der SDG

Auch für die Mütter bleiben Schwangerschaft und Entbindung in Entwicklungsländern ein großes Risiko. Während in Industrienationen zwölf von 100.000 Frauen während Schwangerschaft oder Entbindung sterben, sind es in Entwicklungsländern 239 und in Afrika südlich der Sahara sogar 557 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten. Hier ist es ebenfalls noch ein weiter Weg zu dem unter 3.1 erklärten Ziel, bis 2030 die weltweite Müttersterblichkeit auf unter 70 je 100.000 Lebendgeburten zu senken.

Eine bessere Gesundheitsversorgung muss einhergehen mit dem Unterziel 3.7, bis 2030 allen Menschen Zugang zu Information, Aufklärung und medizinischer Versorgung in den Bereichen Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und übertragbare Krankheiten zur Verfügung zu stellen. Nur so lassen sich ungewollte Schwangerschaften und eine weitere Verbreitung von HIV verhindern. Außerdem können aufgeklärte und informierte Frauen eher darüber entscheiden, wann und wie viele Kinder sie bekommen. Das führt auf lange Sicht zu kleineren und gesünderen Familien und damit auch zu einer Verlangsamung des Bevölkerungswachstums.

Pro Minute wächst die Weltbevölkerung um 171 Menschen

Pro Minute wächst die Weltbevölkerung um 171 Menschen. Pro Tag kommen rund 246.000 Erdenbürger hinzu. Wie sich die Bevölkerung in Zukunft entwickelt und wie sich Verhältnisse zwischen den Kontinenten verändern, wird anschaulich, wenn man sich die Welt heute als ein Dorf mit 100 Einwohnern vorstellt. Von diesen wären 60 Asiaten, 16 Afrikaner und zehn Europäer. Bis 2050 würde die Zahl der Dorfbewohner jährlich um etwa eine Person auf 133 steigen. Davon wären 72 Asiaten, 33 Afrikaner und zehn Europäer.

Die jungen Menschen, die jetzt heranwachsen, sind die Eltern von morgen. Von der nächsten Generation hängt es ab, wie sich die Welt weiterentwickelt. Alle Jugendlichen haben das gleiche Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung, Bildungschancen und Arbeitsmöglichkeiten. Wir sind alle gefordert, den Jugendlichen die bestmöglichen Voraussetzungen und Perspektiven für ihr Leben zu bieten.

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