Politik

Neues EU-Projekt von VENRO: Auch Zivilgesellschaft kann Trio

Deutschland, Portugal, Slowenien – diese drei Länder übernehmen in den nächsten 18 Monaten nacheinander für jeweils ein halbes Jahr den Vorsitz im Rat der Europäischen Union (EU). Gemeinsam bilden sie auch eine Trio-Präsidentschaft, die von einem zivilgesellschaftlichen Trio unter der Leitung von VENRO begleitet wird.

Entscheidungen auf europäischer Ebene wirken sich mehr und mehr auf die Arbeit entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen aus. Einzelne zivilgesellschaftliche Akteure können jedoch komplexe Themen wie die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, die Pandemiebekämpfung, EU-Handelsabkommen oder ein europäisches Lieferkettengesetz kaum angemessen bearbeiten. Europäische Vernetzung ist unerlässlich, um politische Prozesse in der EU besser verstehen und beeinflussen zu können.

VENRO und die beiden nationalen Verbände Plataforma Portuguesa das ONGD (Plataforma ONGD, Portugal) und Slovenian Global Action (SLOGA, Slowenien) werden während der Trio-Präsidentschaft ihrer Länder eng zusammenarbeiten, um die europäische Entwicklungspolitik und Maßnahmen in anderen relevanten Politikbereichen kritisch zu hinterfragen. Ein wichtiger Partner des zivilgesellschaftlichen Trios ist der in Brüssel ansässige europäische Dachverband Confederation for Cooperation of Relief and Development NGOs (CONCORD), der mehr als 2.600 europäische Nichtregierungsorganisationen repräsentiert, unter ihnen Plataforma ONGD, SLOGA und VENRO.

Die drei nationalen Plattformen und CONCORD werden sich unter dem Motto “Towards an open, fair and sustainable Europe in the world” vor allem für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa einsetzen. Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft von Juli bis Dezember 2020 werden die vier Partner unter anderem aktiv an der Afrika-Konferenz des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) im September und dem AU-EU-Gipfel im Oktober teilnehmen.

Die Informations- und Kampagnenarbeit richtet sich bei diesen und anderen Gelegenheiten nicht allein an europäische Institutionen und nationale Regierungen, sondern auch an eine breitere europäische Öffentlichkeit. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist es, das Verständnis für globale Zusammenhänge und die Dringlichkeit für nachhaltige und verantwortliche europäische Politik zu erhöhen.

Das zivilgesellschaftliche Trio arbeitet aber auch mit außereuropäischen Partner_innen zusammen. So hat VENRO im Mai das “Digital Africa Forum 2020“ ausgerichtet, um gemeinsam mit rund 70 Organisationen aus mehr als 20 afrikanischen Ländern sowie aus Deutschland und Europa in einem Positionspapier konkrete Forderungen an die deutsche Bundesregierung zu richten.

Die Aktivitäten des zivilgesellschaftlichen Trios aus Deutschland, Portugal und Slowenien werden von VENRO koordiniert. Das Projekt ist der zweite Teil eines dreijährigen Vorhabens, das von der Europäischen Kommission finanziert wird. Zuvor hatten bereits die nationalen Plattformen aus Finnland, Kroatien und Rumänien zusammengearbeitet. Eine Fortführung dieser Trio-Zusammenarbeit ist auch über 2021 hinaus geplant.


Lesen Sie hier unser Positionspapier „Für eine faire Partnerschaft zwischen Afrika und Europa“, in dem wir die zivilgesellschaftlichen Forderungen zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 formuliert haben. Die englische Version unserer Forderungen finden Sie hier.