Agenda 2030, Allgemein

Nachhaltige Entwicklung fängt zuhause an

Teilnehmer
Eine Welt-Promotor_innen aus den 16 Bundesländern

Eine sozial-ökologische Transformation kann nur gelingen, wenn auch bei uns ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel stattfindet. An dieser Stelle setzt das Eine Welt-Promotor_innen-Programm der agl und der Stiftung Nord-Süd-Brücken an. Welchen regionalen Beitrag können wir zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele leisten?

An einem heißen Spätsommerabend finden sich etwa zehn Leute in den Räumen des Eine Welt Forums Freiburg ein. Sie alle arbeiten haupt- oder ehrenamtlich für eine gerechtere Welt. Als Eine Welt-Regionalpromotorin habe ich sie eingeladen, sich an diesem Abend über eine gemeinsame Vision und konkrete Strategien auszutauschen: Wie können wir hier in der Region gemeinsam dazu beitragen, die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) umzusetzen?

Eine Welt-Engagement in Deutschland fördern

Mit den SDG wird offiziell, was eigentlich schon lange klar ist: Nachhaltige Entwicklung fängt bei uns zuhause an. Denn die Transformation hin zu einer sozial-ökologisch gerechten Welt kann nur gelingen, wenn sich die Lebens-, Konsum- und Produktionsweisen der Gesellschaften des Globalen Nordens grundlegend wandeln. Viele Engagierte im städtischen und ländlichen Raum gestalten diesen notwendigen Wandel bereits, indem sie hier in Deutschland das Bewusstsein für globale Zusammenhänge schärfen, Nachhaltigkeit in all ihren Facetten hier vor Ort praktisch umsetzen und/oder nachhaltige Projekte im Globalen Süden solidarisch unterstützen.

Genau solche engagierten Leute habe ich zur Veranstaltung eingeladen, denn als Eine Welt-Regionalpromotorin informiere, berate, unterstütze und vernetze ich Eine Welt-Akteur_innen in der Region Südlicher Oberrhein, Breisgau-Hochschwarzwald und Hochrhein. Damit bin ich nicht alleine – im Rahmen des bundesweiten Eine Welt-Promotor_innen-Programms stärken über 140 Kolleg_innen bürgerschaftliches Engagement für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Zukunft.

Regional- und Fachpromotor_innen – Einsatz auf allen Ebenen

In meiner Arbeit als Regionalpromotorin liegt der Fokus darauf, Eine Welt-Themen in die Fläche der Region Südbaden zu tragen, das breite Engagement im städtischen und ländlichen Raum zu stärken und Synergieeffekte für die verschiedenen Gruppen und Initiativen nutzbar zu machen. Hierfür biete ich zum Beispiel Qualifizierungsworkshops für Eine Welt-Aktive an, bringe Engagierte zu entwicklungspolitischen Themen an einen Tisch oder unterstütze die Organisation und Finanzierung von entwicklungspolitischen Informations- oder Bildungsangeboten. Dabei arbeite ich unmittelbar an der entwicklungspolitischen „Basis“ mit den unterschiedlichsten Akteur_innen zusammen: vor allem mit entwicklungspolitischen Organisationen, Weltläden, migrantisch-diasporischen Initiativen, Vertreter_innen von Kirchen und (Jugend-)Verbänden sowie Lokalpolitiker_innen.

Dass meine Stelle dezentral beim Eine Welt Forum Freiburg, dem südbadischen Netzwerk für globale Gerechtigkeit, angesiedelt ist, kommt meiner Arbeit durch den engen und teilweise langjährigen Kontakt zu einem breiten Kreis von Engagierten vor Ort sehr entgegen. Über die Einbindung in das baden-württembergische Landesnetzwerk, den Dachverband für Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg (DEAB), der das Promotor_innen-Programm hier koordiniert, bin auf Landesebene vernetzt und stehe ich in regem Kontakt zu meinen baden-württembergischen Kolleg_innen. Im Programm ermöglicht uns dies, uns auch auf struktureller Ebene in die entwicklungspolitische Debatte einzubringen und den Erfahrungen und Interessen der lokalen Zivilgesellschaft in der großen Politik eine Stimme zu geben.

Neben den Regionalpromotor_innen umfasst das von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Programm außerdem zahlreiche Fachpromotor_innen. Sie sind Expert_innen für bestimmte Themen der „Großen Transformation“ – etwa Globales Lernen, Rohstoffe, Klima und Umwelt, Wirtschaft und Menschenrechte, Partizipation, Partnerschaften oder Migration. In ihrem spezifischen Themenbereich stärken sie das Wissen und die Kompetenz zahlreicher Gruppen und Vereine, die im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit tätig sind. Auch sie sind bei lokalen Trägervereinen angestellt und arbeiten landes- und bundesweit mit anderen Promotor_innen und Multiplikator_innen zusammen.

Die Promotor_innen und ihre Arbeit kennenlernen

Je nach Region und Themengebiet sind die Bedarfe und Bedingungen für das Eine Welt-Engagement sehr unterschiedlich, deshalb erfordert auch jede Promotor_innen-Stelle eine individuelle Schwerpunktsetzung. Wie wir Menschen gemeinsam unterstützen, mobilisieren und qualifizieren, die sich für globale Gerechtigkeit, für ökologische Nachhaltigkeit, für Dekolonisierung und Demokratie einsetzen und welche_r Promotor_in für Ihre Region die richtige Ansprechperson ist, zeigt unser Online-Portal: www.einewelt-promotorinnen.de

Das Eine Welt-Promotor_innen-Programm wird auf Bundesebene gemeinsam von den VENRO-Mitgliedsorganisationen Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl) und Stiftung Nord-Süd-Brücken (SNSB) koordiniert.


Julia Kolbinger arbeitet als Eine Welt-Regionalpromotorin für die Region Südlicher Oberrhein, Breisgau-Hochschwarzwald und Hochrhein am Eine Welt Forum Freiburg.