Agenda 2030, Allgemein, Inklusion, Nachhaltigkeit

Gelungener Auftakt: Eine gemeinsame Konferenz für die Umsetzung der Agenda 2030

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Blick in das Auditorium

Am 26. September 2016 hat die Konferenz „Alle mitnehmen – soziale Ungleichheit überwinden!“ in Berlin stattgefunden. VENRO hat dort in einem breiten Bündnis aus Entwicklungs-, Wohlfahrts-, Friedens-, Menschenrechts-, Verbraucher- und Umweltverbänden sowie Kirchen und Gewerkschaften über Strategien zur Umsetzung sozial-ökologischer Gerechtigkeit auf Grundlage der UN-Nachhaltigkeitsziele in und durch Deutschland diskutiert.

Sich gemeinsam Gedanken zur konkreten Verwirklichung der Agenda 2030 machen – diese Möglichkeit nutzten am 26. September 2016 mehr als 200 TeilnehmerInnen der Konferenz „Alle mitnehmen – soziale Ungleichheit überwinden!“. Angesichts fortbestehender extremer Ungleichheitsverhältnisse widmeten sich die zahlreichen Gäste aus Politik und Zivilgesellschaft der immer dringender werdenden Diskussion darüber, wie ein gutes Leben für alle praktisch und konkret möglich werden kann. Dabei wurden gerade auch Zielkonflikte thematisiert, die aus der komplexen Interessenslage unserer globalisierten Welt zwangsläufig hervorgehen und bei der Suche nach Lösungsstrategien aus den aktuellen ökonomischen, ökologischen und sozialen Krisen nicht ausgespart werden dürfen. Gerade hier, in Anbetracht des sektorenübergreifenden Charakters der Agenda 2030, zeigte sich das breit aufgestellte Bündnis der 15 die Konferenz veranstaltenden Verbände als besonders fruchtbar.

Bereits die Begrüßung durch Dr. Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO, sowie die weiteren Eröffnungsreden zeigten sowohl Breite als auch Tiefe der ambitionierten 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) auf. Während Prof. Dr. Rolf Rosenbrock als Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes auf soziale Ungleichheiten und Armut sowie deren Überwindung auf nationaler Ebene fokussierte, sprach Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, über ungleiche Bildungschancen bei uns und weltweit. Florian Schöne, Generalsekretär des Deutschen Naturschutzringes, beleuchtete derweil den notwendigen Zusammenhang von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit. Die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser, widmete sich der entwicklungspolitischen Perspektive auf Fragen der sozialen Ungleichheit. Dabei thematisierte sie unter anderem das Zusammenspiel von wirtschaftlichen Interessen des Globalen Nordens auf der einen Seite und den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Globalen Süden auf der anderen Seite der globalisierten Abhängigkeitsverhältnisse. Wertvolle Ergänzungen aus dem Publikum, etwa ökonomiekritische Aspekte und Fragen politischer Partizipation, fanden Eingang in die Diskussion mit den SprecherInnen.

Anregungen an Politik und Gesellschaft aus acht Workshops

Die Erarbeitung konkreter Ansätze zur Überwindung von Ungleichheitsverhältnissen zur Einleitung einer sozial-ökologischen Transformation fand am Nachmittag in insgesamt acht Workshops statt. Die Themenpalette reichte hier von Altersarmut, Steuer- und Klimagerechtigkeit über Fragen des nachhaltigen Konsums und des Welthandels, von Ökonomiekritik aus feministischer und Degrowth-Perspektive über Aspekte einer inklusiven Transformation, bis zur Überwindung ausgrenzender Gewalt sowie der Gewalt von Ausgegrenzten. Die Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit zu einer sektorenübergreifenden Standortbestimmung und formulierten darauf basierend konkrete Anregungen an die Arbeit in Politik und Zivilgesellschaft.

Diese fanden sogleich Eingang in die am Abend stattgefundene Diskussion mit VertreterInnen der aktuellen Bundestagsparteien. Sabine Weiss (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU), Stefan Rebmann (Entwicklungspolitischer Sprecher der SPD), Dr. Axel Troost (Stellvertretender Parteivorsitzender der LINKEN) und Michael Kellner (Politischer Geschäftsführer der GRÜNEN) stellten sich den kritischen Fragen des Publikums. Auf diese Weise konnte das Anliegen, die Agenda 2030 in und durch Deutschland ambitioniert und umfassend umzusetzen, direkt an zentrale AkteurInnen der Politik herangetragen und Unterschiede in Haltung und Initiativen der Parteien zur Umsetzung der Agenda 2030 sichtbar gemacht werden.

Nach dem intensiven inhaltlichen Austausch zeigten sich die veranstaltenden Verbände äußerst zufrieden. Die Konferenz „Alle mitnehmen – soziale Ungleichheit überwinden!“ war ein gelungener Auftakt für die weitere Zusammenarbeit des zivilgesellschaftlichen Bündnisses unter einer sehr erwünschten Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit auf dem Weg in eine sozial-ökologisch gerechte Welt.

Alle auf diesen Weg mitzunehmen – für dieses gemeinsame Anliegen erwägt das Bündnis, sich auch im kommenden Jahr mit einer Konferenz stark zu machen.


Die Konferenz wurde ausgerichtet von:

AWO Bundesverband, CorA – Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Frauenrat, Deutscher Gewerkschaftsbund, Deutscher Naturschutzring, Diakonie Deutschland, Forum Menschenrechte, Forum Umwelt und Entwicklung, ForumZFD, Klima-Allianz Deutschland, Der Paritätische Gesamtverband, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, VENRO, Verbraucherzentrale Bundesverband, Zentraler Friedensdienst